Freiwassertour 2026

    Johann Ackermann16. Juli 2026

    Ein Monat im Freiwasser – unsere Tour 2026

    Was für ein Monat. Vier Wochen lang sind wir kreuz und quer durch Deutschland getourt, von kalten Seen im Frühjahr bis zu Wasser, in dem man am Ende fast keinen Neoprenanzug mehr brauchte. Es hat einfach nur Spaß gemacht – und genau deshalb möchte ich euch hier noch mal mitnehmen.

    Der Grund für die ganze Aktion war von Anfang an klar: Wir wollten Freiwassersicherheit greifbar machen. Nicht als trockene Theorie, sondern direkt am und im Wasser, an echten Seen, mit echten Bedingungen. Denn Freiwasser ist großartig – aber es will respektiert werden. Und das Allerwichtigste lässt sich in einem Satz sagen:

    Geh niemals allein ins Freiwasser. Nimm immer jemanden mit – oder hab zumindest eine Boje am Start. Das ist die wichtigste Sicherheitsregel überhaupt, und sie gilt für jeden, vom Einsteiger bis zum Triathleten.

    Quer durch Deutschland – drei Etappen, 18 Standorte

    Etappe 1 – Der Start im Westen (noch kalt, Neopren-Wetter): Köln, Duisburg, Aachen, Münster/Saerbeck, Kassel. Los ging es in NRW, bei Temperaturen, die einem die ersten Meter ordentlich den Atem geraubt haben. Aber genau dafür waren wir ja da.

    Etappe 2 – Die Süd-Tour (vom Saarland bis an den Bodensee): Losheim, Bodensee/Konstanz, Chiemsee, Fichtelgebirge, Rothsee, Darmstadt. Mit einigen der schönsten Kulissen der ganzen Tour.

    Etappe 3 – Die Nord-Tour (bis an die Ostsee und zurück nach Köln): Hamburg, Großensee, Schleswig (Ostsee), Hannover, Bremen, Frankfurt, Köln. Zum Abschluss ging es hoch in den Norden, bevor wir den Kreis in Köln geschlossen haben.

    Rund 800 Schwimmerinnen und Schwimmer waren insgesamt dabei – Riesenspaß von Anfang bis Ende. Was mir besonders in Erinnerung bleibt, ist der Wandel über den Monat hinweg. Zu Beginn hatten wir noch jede Menge Neoprenanzüge im Gepäck, weil das Wasser einfach noch eiskalt war. Zum Ende wurde es so warm, dass man fast schon ohne Neopren ins Wasser konnte. Schöner kann man den Übergang in den Sommer kaum erleben.

    Das Wichtigste fürs Freiwasser – kurz zusammengefasst

    An jedem Stopp haben wir die zentralen Themen besprochen. Hier einmal kompakt, damit ihr sie immer parat habt:

    1. Nie allein – Begleitung oder Boje. Die goldene Regel. Schwimm mit jemandem zusammen, und wenn das nicht geht, dann mit einer gut sichtbaren Boje. Sie macht dich sichtbar und gibt dir im Zweifel etwas zum Festhalten.

    2. Orientierung: Sichten und Landmarken. Im Freiwasser gibt es keine Linie am Beckenboden. Lern, sauber nach vorne zu sichten, ohne deinen Rhythmus zu verlieren – und such dir feste Landmarken am Ufer, an denen du dich ausrichtest.

    3. Bojen richtig anschwimmen. Wie man eine Boje ansteuert und sauber umrundet, ohne unnötig Strecke und Zeit zu verlieren – gerade im Wettkampf macht das einen echten Unterschied.

    4. Kraft sparen im Wasserschatten. Wer hinter oder seitlich versetzt zu jemandem schwimmt, spart spürbar Energie. Richtig eingesetzt, kommst du entspannter und mit mehr Reserven ins Ziel.

    5. Wassertemperatur ernst nehmen. Kaltes Wasser ist kein Spaß und birgt echte Gefahren – vom Kälteschock bis zur nachlassenden Kraft. Schätz die Temperatur richtig ein und geh kontrolliert rein.

    6. Den richtigen Neopren wählen und richtig anziehen. Welcher Anzug passt zu dir und zur Wassertemperatur, und wie ziehst du ihn richtig an, damit er sitzt und nicht scheuert? Das klingt banal, entscheidet aber über den ganzen Schwimmkomfort.

    7. Ruhig und entspannt bleiben. Im kalten Wasser warm bleiben, im warmen Wasser nicht überhitzen – und vor allem die Ruhe bewahren. Entspannung ist im Freiwasser der größte Sicherheits- und Kraftvorteil, den du hast.

    Bleibt jetzt nur noch eins zu sagen: Danke an alle, die dabei waren. Ich hoffe, ihr hattet einen richtig tollen Tag und konntet jede Menge mitnehmen. Schwimmt clever, schwimmt sicher – und wir sehen uns am Wasser.

    Johann Ackermann Dein Schwimmcoach | Dipl.-Sportwissenschaftler www.schwimmcoach.de

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